Baustoffkrise: Höchste Zeit für starke Partner
von Harald Friedrich
1.5.2026

Post von langjährigen Geschäftspartnern bekamen Ende März 2026 die Dachdeckerbetriebe. Ihnen wurde mitgeteilt, dass die Zuspitzung der Lage in Nahost zu einer Kontingentierung von Bitumerlieferungen bei den Raffinerien führe.
Die Post von Soprema und Bauder sind aber nur zwei Beispiele für das, was die Dachdeckerbetriebe und Bauherren erwartet.
Der Blick auf die Information des Dachdeckereinkaufs Süd eG zeigt das zu erwartende „Grauen“: Angekündigt sind – je nach Hersteller und Produkt – Preiserhöhungen zwischen 3 und 20 % (4-2026) (www.deg-sued.de --> Preisanpassungen).
Die DE Süd verspricht, ihre Kunden auf dieser Seite permanent über die Preisentwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Was allerdings noch auf dem Markt und auf die Anwender zukommt, ist nicht vorhersehbar.
Mit einem offenen Brief an die Hersteller von Dachbauprodukten und den Bedachungsfachhandel hat sich der ZVDH am 9. April 2026 gewandt:
„Viele unserer Betriebe sehen sich dadurch kurzfristig mit erheblichen wirtschaftlichen Belastungen konfrontiert, da bereits kalkulierte und beauftragte Leistungen unter veränderten Rahmenbedingungen ausgeführt werden müssen. Dies führt in der Praxis nicht selten zu nicht mehr auskömmlichen Ergebnissen.“
Bei allem Verständnis für gestiegene Energie, Rohstoff und Transportkosten in der gesamten Lieferkette „stellen wir fest, dass Preisanpassungen für unser Handwerk nicht immer in ihrer Höhe und zeitlichen Entwicklung nachvollziehbar sind.“
Eindringlich wird seitens des ZVDH dafür appelliert, „Preissteigerungen mit Augenmaß und in angemessener Relation zu den tatsächlichen Kostenentwicklungen weiterzugeben. Transparenz, Nachvollziehbarkeit sowie verlässliche und ausreichende Ankündigungsfristen sind dabei von zentraler Bedeutung...“
Ein gut gemeinter Appell an Handel und Hersteller. Doch ob die „Vernunft siegen“ wird über die Verlockung des schnellen Geldes bleibt abzuwarten. Im Fall der Kraftstoffpreise hat es nicht geklappt, wie die Bekanntgabe der temporären Mineralölsteuersekung um 17 Cent in der Regierungspressekonferenz am Montag, 13. April 2026 um 9 Uhr zeigte. Drei Stunden später erhöhten die Mineralölkonzerne vielerorts ihre Preise um genau diesen Betrag.
Was im Einzelfall getan werden kann, um laufende oder bevorstehende Aufträge erfüllen zu können, können Mitglieder der Dachdecker-Innungen Bayerns individuell besprechen: mit einer kostenlosen kaufmännischen, betriebswirtschaftlichen, technischen oder juristischen Erstberatung durch den Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Bayern. Dieses Beratungsangebot steht exklusiv Innungsmitgliedern zur Verfügung.
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